HERZINSUFFIZIENZ INFORMATIONEN

 

Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz ist eine sehr ernstzunehmende Diagnose. Das Herz und seine ungestörte Funktion sind Garant für unser Leben. Ein starkes Herz pumpt Blut in jeden Teil unseres Körpers und steigert den Druck bei höheren Belastungen. Schafft das Herz nicht mehr, seine Aufgabe mit ausreichender Kraft wahrzunehmen, spricht man von einer Herzinsuffizienz oder Herzschwäche. Mediziner bezeichnen die Herzinsuffizienz auch als Myokardinsuffizienz - eine der häufigsten Erkrankungen der Welt, insbesondere bei älteren Menschen.

Der Herzmuskel 

Das Herz ist ein etwa faustgroßer Muskel, der nicht bewusst gesteuert werden kann. Im Inneren befinden sich Herzkammern: Durch die linke Herzkammer wird das Blut in die Hauptschlagader, die Aorta, in die Arterien und damit in alle Teile des Körpers gepumpt, um das Gewebe mit Sauerstoff zu versorgen. Das sauerstoffarme Blut fließt dann durch die Venen zurück zum Herzen und wird über die rechte Herzhälfte in die Lunge gepumpt, wo es mit frischem Sauerstoff angereichert wird.  

Während eines einzigen Tages pumpt das Herz bis zu 8.000 Liter Blut in das Netzwerk der Blutgefäße unseres Körpers - ohne Pause, Tag und Nacht. 

Um diese Leistung zu erbringen, braucht das Herz ständig selbst ausreichend Blut - und Sauerstoff. Das Herz wird über die so genannten Herzkranzgefäße versorgt. Sie verlaufen kranzförmig um das Herz herum. Sind sie eingeengt oder verlegt, verringert sich die Blutversorgung des Herzens. Die Folge ist eine Schwächung des Herzmuskels, die auf Dauer die Pumpleistung des Herzmuskels senkt und so zu einem Sauerstoff- und Nährstoffmangel in allen Teilen des Körpers führt. 

Von einer solchen Herzschwäche sind 1 bis 2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Sie kann sich in jedem Alter entwickeln, das Risiko steigt aber ab Mitte 60 deutlich an. Herzinsuffizienz kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten, etwa nur eine Herzhälfte betreffen oder nur eine der beiden Pump-Bewegungen (Systole und Diastole) mit voller Kraft ausführen.  

Späte Warnsignale bei Herzschwäche

Bei beginnender Herzinsuffizienz versucht der Körper die fehlende Pumpleistung des Herzmuskels durch verschiedene Ausgleichsleistungen abzufangen. Diese Ausgleichsleistungen sind je nach Ausprägung der Herzschwäche unterschiedlich, gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie auf Dauer das Herz außergewöhnlich belasten und damit die Herzinsuffizienz verschlimmern, während sie Symptome verbergen. 

Warnsignale in Form körperlicher Beschwerden treten erst auf, wenn die Blutversorgung bereits ein kritisches Maß unterschritten hat. Eine Weitere mögliche Folgen sind die Bildung eines Blutgerinnsels in den Herzkranzgefäßen und das Absterben von Herzmuskel- gewebe - einem Herzinfarkt.

Ein Mensch, der unter Herzinsuffizienz leidet, wird zuerst bei körperlicher Anstrengung, später auch während des Ruhezustands, besonders in der Nacht beim Liegen darauf aufmerksam. In der Folge entstehen neben Müdigkeit und allgemeiner Schwäche, durch den Sauerstoffmangel in den Muskeln, auch eine Fehlfunktion der Niere. Diese hält Salz und Wasser zurück in der falschen Annahme, der Körper habe nicht genug Blut. Dadurch sammelt sich im Körper zuviel Flüssigkeit an, was zuerst die linke und bald auch die rechte Seite des Herzens belastet.

Bei Versagen der rechten Herzseite, erhöht sich der Druck in den Venen wodurch es zur Flüssigkeitsansammlung in den Beinen und an den Knöcheln, in schwereren Fällen auch im Bauchbereich, kommt. 

So erkennen Sie Hinweise auf Herzinsuffizienz 

Die Symptome einer Herzinsuffizienz sind jeweils Folge der schlechter werdenden Durchblutung von Organen, Muskulatur und anderem Körpergewebe. Bei Herzschwäche wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, daher wirkt sich das Krankheitsbild durch körperliche Erschöpfung und Schwächegefühl aus. Betroffene ermüden schneller und geraten bei anstrengenderen Tätigkeiten in Atemnot. Bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz machen sich diese Symptome auch im Ruhezustand bemerkbar.

Weiters kann es zu einem Rückstau des Blutes vor dem Herzen kommen. Die Folge sind Stauungen und Wasseransammlungen in einer Körperhälfte oder an den Extremitäten, in Armen und Beinen. Abhängig von der Art der Herzinsuffizienz können die Symptome in unterschiedlichen Zusammenstellungen auftreten, daher ist bei Verdacht auf Herzinsuffizienz dringend eine Abklärung mit Arzt oder Ärztin zu suchen. Mittels Blutuntersuchung und EKG bestimmen Mediziner die Blutwerte und können den Verdacht auf Herzinsuffizienz erhärten. Ein Herzultraschall (Echokardiografie) und eine Röntgenuntersuchung des Brustraumes helfen, die Pumpleistung des Herzens genauer zu überprüfen.

Risikofaktoren für Herzinsuffizienz

•   Hoher Cholesterinwert (Hyperlipidämie)
Bluthochdruck (Hypertonie)
Diabetes
Übergewicht
Rauchen
Kardiomyopathien (Erkrankungen des Herzmuskels, beispielsweise bedingt durch eine Viruserkrankung)
Erkrankungen der Herzklappen (Klappen schließen nicht richtig oder sind zu eng)
Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), d.h. der Herzrhythmus ist entweder zu schnell, zu langsam oder zu unregelmäßig - dadurch wird das Herz übermäßig beansprucht und "ermüdet".
Angeborene Herzfehler – solche Beeinträchtigungen können schon bei jungen Patienten zur Herzinsuffizienz führen