FAQ - HERZ und BLUTDRUCK

 

Sagen wir Herzerkrankungen den Kampf an! Bluthochdruck ist weiterverbreitet, als man denkt. Umso wichtiger ist es, die Anzeichen zu erkennen und rechtzeitig Vorsorge zu treffen und zum Arzt zu gehen. Auf medimerck.at haben wir 10 einfache Fragen zum Bluthochdruck beantwortet.

1. Was ist Bluthochdruck?

Hypertonie

Bluthochdruck ist eine Erkrankung des Gefäßsystems, bei der die Blutdruckwerte dauerhaft zu hoch sind. Bluthochdruck wird auch Hypertonie oder arterieller Hypertonie genannt. Bei 90 Prozent der Hypertoniker ist eine organische Ursache nicht erkennbar. Diese Art des Bluthochdrucks wird essentielle Hypertonie oder primäre Hypertonie genannt.   

Bei den übrigen 10 Prozent der Betroffenen liegt eine sogenannte „nicht essentielle Hypertonie“ oder sekundäre Hypertonie vor: Hier sind organische Erkrankungen erkennbar – etwa verengte Nierenarterien. In solchen Fällen muss zunächst die Ursache behandelt werden, ehe der Bluthochdruck selbst in den Mittelpunkt des Interesses rückt – falls dann noch nötig. 

2. Warum ist Bluthochdruck so gefährlich?

Bluthochdruck schädigt Organe

Bluthochdruck schädigt im Laufe der Jahre wichtige Organe – zunächst das Herz, aber auch die Herzkranzgefäße, das Gehirn, die Nieren und die Blutgefäße. Die Folge können lebensbedrohliche Krankheiten sein. Im Endeffekt droht sogar der Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von Bluthochdruck ist deshalb die dauerhafte Senkung des Blutdrucks auf einen normalen Wert.

3. Woher kommt Bluthochdruck?

Die Ursachen

Der menschliche Blutdruck wird durch einen komplexen Mechanismus reguliert. Biochemische Botenstoffe kommunizieren mit Organen, Blutgefäßen und das Nervensystem. Heute sind noch nicht alle Zusammenhänge restlos erforscht. Allerdings sind die grundlegenden Faktoren bekannt, die Bluthochdruck auslösen oder bremsen, auch wenn die genaue Wirkweise teilweise noch nicht bekannt ist.

4. Wie stellt ein Arzt Bluthochdruck fest?

Einmalige Messung reicht nicht

Der Blutdruck wird oft bei allgemeinen Tests und Routineuntersuchungen gemessen. Entdeckt ein Arzt dabei zu hohe Werte, wird er weitere Untersuchungen vornehmen. Bluthochdruck lässt sich jedoch nicht durch eine einzige Blutdruckmessung feststellen. Für eine verlässliche Aussage sind zumindest drei Blutdruckmessungen an zwei verschiedenen Tagen notwendig. Dazu kommen die Werte, die ein Patient zu Hause selbst gemessen hat. Notfalls – etwa, wenn ein Patient bei Messungen regelmäßig sehr aufgeregt ist – kann auch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung vorgenommen werden. Alle Werte zusammen zeigen dem Arzt, ob ein Patient Bluthochdruck hat – und in welchem Ausmaß.

5. Ab welchem Wert ist der Blutdruck zu hoch?

Normaler Blutdruck

Ein Blutdruck von 120 / 80 mm Hg ist normal. Leicht niedrigere Werte sind optimal. Auch Werte zwischen 120 / 80 mm Hg und 129 / 84 mm Hg sind normal. Liegt ein Blutdruck zwischen 130 / 85 mm Hg und 139 / 89 mm Hg, so gilt das als „hoch normal“. Das heißt, er ist zwar ein wenig zu hoch, aber noch normal. 

Hypertonie

Erst ab einem Wert von 140 / 90 mm Hg wird ein Arzt eine Hypertonie vermuten. Blutdruckwerte zwischen 140 / 90 mm Hg und 159 / 99 mm Hg werden als leichte Hypertonie bezeichnet. Ein Blutdruck zwischen 160 / 100 mm Hg und 179 / 109 mm Hg ist mittelschwer. Noch höhere Werte werden als schwere Hypertonie eingeordnet. 
Dies sind nur Richtwerte. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Blutdruck nicht den Normalwerten entspricht, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Gehen Sie auch regelmäßig zu Gesundenuntersuchungen – auch dabei wird der Blutdruck geprüft.

6. Was können Betroffene gegen Bluthochdruck tun?

Gesund durchs Leben

Das wichtigste Mittel gegen Bluthochdruck ist eine gesunde Lebensweise. Für manche Menschen bedeutet dies eine massive Änderung des gewohnten Lebensstils. Doch der Aufwand lohnt sich. Durch leichte Bewegung und abwechslungsreiche, gesunde Nahrung können größere Probleme mit dem Blutdruck frühzeitig und schonend abgefangen werden.

7. Wann sind Medikamente notwendig?

Lebensumstellung abwarten

Wird bei einem Menschen eine schwere Hypertonie festgestellt, dann sollte er sofort Medikamente zur Blutdrucksenkung einnehmen. Lautet die Diagnose auf leichte oder mittelschwere Hypertonie, dann gibt es vorerst noch andere Möglichkeiten. Sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

8. Wie lange müssen Medikamente eingenommen werden?

Bluthochdruck ist chronisch

Medikamente können Bluthochdruck unter Kontrolle halten, aber nicht heilen. Nimmt ein Betroffener keine Blutdrucksenker mehr, steigt sein Blutdruck meist sehr bald wieder. Viele Betroffene müssen für den Rest ihres Lebens Medikamente nehmen. So können sie lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen. Hypertoniker sollten ihre Medikamente nicht absetzen, ohne zuvor Rücksprache mit Medizinern gehalten zu haben.

9. Warum müssen Betroffene oft mehrere Tabletten nehmen?

Komplexer Mechanismus

Der menschliche Blutdruck wird von einer ganzen Reihe unterschiedlichen Faktoren reguliert. Dazu gehören neben der Dauerspannung der Muskeln in den Blutgefäßwänden der Salz- und Wasser-Haushalt des Körpers, aber auch das Zusammenwirken mehrerer biochemischer Regelsysteme. 
Mehr als die Hälfte der Betroffenen benötigt mindestens zwei Wirkstoffe, um den Blutdruck zu senken. Wieviele Wirkstoffe notwendig sind und in welcher Dosierung, muss oft langsam getestet werden. Jeder Körper reagiert anders. Warten Sie die Wirkung ab und arbeiten Sie eng mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zusammen.

10. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Effizient und nebenwirkungsarm

Jede medikamentöse Therapie kann mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen. Das gilt selbstverständlich auch für Blutdrucksenker. Doch die Vorteile überwiegen, denn die Medikamente senken den Blutdruck und damit das Risiko für lebensgefährliche Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt. Nebenwirkungen kommen im Einzelfall sehr unterschiedlich vor und sind unter anderem von der Art des Arzneimittels abhängig. Sprechen Sie mit Arzt oder Ärztin darüber!